Schützen erhalten insgesamt 3000 Euro Starthilfe für die Nachwuchsarbeit

„Punktet mit Licht!“ rief die Deutsche Schützenjugend bundesweit die Jugendabteilungen auf, die positiven Möglichkeiten des Lichtgewehrs in der Nachwuchsarbeit der Schützenvereine einzusetzen. Diese Kunde verhallte im Schützenkreis Sinsheim nicht. Das Lichtgewehr hielt auch hier Einzug und sorgt für die große Chance, bereits Kinder ab acht Jahren an den Schießsport heranzuführen. Der Sportkreis Sinsheim honorierte diese Aktivität im Rahmen seines Projekts „Neue Weg im Sport“ und übergab zehn Vereinsvertretern einen Starterscheck von zusammen 3000 Euro.

 

Die Chancen des Lichtgewehrs erkannten die Verantwortlichen schon voriges Jahr, bietet es doch die Basis für die Bildung eines aktiven Nachwuchses in den Vereinen. Und das bereitete schon lange größte Probleme. „Uns sind die Kids bereits durch die Lappen gegangen, bevor wir sie gezielt ansprechen können“, ärgert sich Kreisschützenmeister Joachim Edinger (Eschelbach) seit Jahren und spielt auf die Altersbegrenzung des Waffengesetzes an. Danach dürfen Kinder erst mit Vollendung des zwölften Lebensjahres Sportwaffen benutzen. „Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Schüler bereits anderen Sportarten zugewandt“, verstärkt Edinger die juristische Ausgangsposition.

Jetzt dürfen die Sportschützen jedoch hoffen: Das Lichtgewehr gilt nicht als Schusswaffen im Sinne des Waffengesetzes. Somit findet die waffenrechtliche Regelung daher grundsätzlich keine Anwendung.

 

Nachdem vor gut einem Dutzend Jahre das Lichtgewehr bundesweit propagiert worden war, jedoch zunächst kein Interesse gefunden hatte, verhalfen u.a. die Biathleten und die Wintersportvereine dieser Erfindung zum Durchbruch. In deren Trainingsarbeit und Showveranstaltungen sowie den Schnupperangeboten von Touristikverbänden bewährte sich dieses Gerät. Als dann der Deutsche Schützenbund vor drei Jahren zur Förderung von Kreativität und Spieltrieb für Jugendliche von sechs bis elf Jahren, die „Deutschen Jugendmeisterschaften Faszination Lichtgewehrschießen“ einrichtete, kam der längst erhoffte Aufschwung.

 

Im Sportschützenkreis Sinsheim ergriffen Joachim Edinger und Jana Heller (Kreisjugendsprecherin) mit einem Workshop die Initiative. Die meisten der 25 Teilnehmer verließen damals das Eschelbacher Schützenhaus hoch motiviert. Wochen später flatterte den Kreisschützenvereinen die Einladung zu den ersten Wettbewerben auf den Tisch. Dabei durften die Verantwortlichen erkennen, dieser Weg kann uns im Nachwuchsbereich und auch im Breitensport weiterhelfen. Ein weiteres erfreuliches Fazit konnten die Kreisverantwortlichen bei der nachfolgenden ersten Jugend-Lichtgewehr-Runde ziehen.

Und dann folgte Anfang September eine echte Sensation: Der zehnjährige Paul Schick vom Schützenverein Waibstadt kehrte als Deutscher Jugendmeister eben in dieser neuen Disziplin von den nationalen Titelkämpfen in München-Hochbrück. „Zu uns sind danach zwei weitere Schüler gekommen“, freute sich Jugendwart Jonas Bauknecht über die positiven Folgen. Ähnliches meldeten andere Kreisvereine.

In der Zwischenzeit wird schon in elf Vereinen mit dem Lichtgewehr Nachwuchsarbeit betrieben. Der Sportkreis Sinsheim gab zum Kauf dieser neuen Übungsgeräte nun einen Zuschuss. Jeweils 300 Euro überreichte Sportkreisvorsitzender Willi Ernst im Eschelbacher Schützenverein an den SV Elsenz, SV Adersbach, SV Meckesheim, SGi Reichartshausen, SSV Helmstadt, KKS Reihen, SV Waibstadt, SGes Sinsheim und SV Diana Eschelbach. Bereits im September hatte der SV Neckarbischofsheim einen Anerkennungspreis gewonnen, weil er auf dem Stadtfest Schnuppermöglichkeiten mit dem Lichtgewehr angeboten hatte. Kreisschützenmeister Joachim Edinger bedankte sich im Auftrag der Schützen für die großzügige Unterstützung bei der Einführung dieser Neuheit.

 

Sportkreisvorsitzender Willi Ernst (links) und Joachim Edinger (rechts) mit den Schützen  [Bild: Becker]

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Vielversprechende Projekte ausgezeichnet

Erste Ergebnisse des Projektes „Neue Wege im Sport“ stellte der Sportkreis Sinsheim in einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Eppinger Turnerheim vor. Zugleich wurden der TSV Kürnbach, der TV Eppingen, Parkour Eppingen und der SV Neckarbischofsheim mit je einem 500 Euro-Förderscheck ausgezeichnet. Sie haben im Rahmen des Sportkreisprojektes unterschiedliche neue Ansätze in ihrem Mitgliederangebot erfolgreich getestet.

Sportkreisvorsitzender Willi Ernst informierte die rund 50 Vereinsvertreter eingangs über dieses Projekt und die Beweggründe, welche die Sportkreisvorstandschaft zu den „Neuen Wegen“ führte: Sinkende Mitgliederzahlen und Bereitschaft, ein Ehrenamt und Verantwortung zu übernehmen sowie gravierende Änderungen im Freizeitverhalten und in der Schullandschaft. Dieses fordere Reaktionen der Sportvereine heraus. Manche Vereine haben darauf bereits reagiert. Diese Ergebnisse und Erfahrungen an andere interessierte Verein weiterzugeben und zugleich generell zu besonderen Aktionen und sinnvollen Schritten in der Sportgemeinschaft zu motivieren, habe dazu geführt. Immerhin, so Willi Ernst, sieht der Sportkreis sich als Partner und Interessensvertreter der Vereine.

 

In einer Podiumsrunde stellten Salome Hermann und Hans-Ingo Appenzeller die ausgezeichneten Vereine vor. Beim TV 1865 Eppingen sind 1439 Mitglieder in fünf Abteilungen und über 30 Gruppierungen aktiv. Wie Vorsitzende Elke Cardoso ausführte, konnte durch ein erheblich verbreitertes Vereinsangebot und Kursen, u.a. durch unterschiedliche Yoga-, Tanz- und Outdoor-Aktivitäten auch für Nichtmitglieder, das Interesse am Sport gesteigert und zugleich viele neue Mitglieder gewonnen werden. Neben ehrenamtlich tätigen Trainer wurden Fachkräfte für die Kurse engagiert. Doch sorgte dieses auch für weitere Probleme: Die Nachfrage ist so groß, dass Wartelisten geführt werden müssen und Hallenengpässe zu verzeichnen sind.

Beim Schützenverein Neckarbischofsheim, so Manfred Padberg, habe man das Lichtgewehr und eine offensive Außendarstellung beim Stadtfest für die Mitgliedergewinnung, hauptsächlich im Kinder- und Jugendbereich benutzt. Durch die gesetzliche Vorgabe, dass Kinder erst ab zwölf Jahre im Schießsport mit Waffen an den Start gehen dürfen, sieht man im neuen Lichtgewehrangebot eine Chance, früher interessierte Kinder für den Schießsport zu gewinnen.

Marcel Genc, Vorsitzender des rührigen TSV Kürnbach, verwies auf die zahlreichen Angebote, welche für alle Altersbereiche den 776 Mitgliedern unterbreitet werden. Vor allem im Nachwuchsbereich seien besondere Anstrengungen erforderlich, um diese Altersstufe langfristig an den Verein zu binden. Darüber hinaus stelle sich der TSV flankierenden Herausforderungen, wie der Reanimationsschulung der Aktiven oder der Elternarbeit.

Parkour Eppingen, einer der jüngsten Vereine des Sportkreises, bietet eine aktuelle Trendsportart überwiegend für den Außenbereich an. Wie Sabine Haider ausführte, ist dies eine lauf-, sprung- und reaktionsbetonte, aber auch zugleich kreative Fortbewegungsart, in welcher viele Fähigkeiten des eigenen Körpers gefordert werden. Im Weg stellende Naturhindernisse werden dabei überwunden.

Der Sportkreis Sinsheim wird auch weiterhin das Projekt „Neue Wege“ betreiben und besondere Aktivitäten finanziell unterstützen. Darauf machte Vorsitzender Ernst aufmerksam.

 

Sportkreisvorsitzender Willi Ernst mit den Preisträgern Marcel Genc, Sabine Haider, Elke Cardoso und Manfred Padberg (von links) 

 
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