Bestandserhebung im Sportkreis Sinsheim

Die TSG 1899 Hoffenheim ist nach wie vor der mitgliederstärkste Sportverein Nordbadens. Während der organsierte Sport in Baden-Württemberg weiterhin steigende Mitgliederzahlen ausweist, liegen jedoch im Badischen Sportbund Nord zwei Sportkreise und die TSG 1899 als größter Verein im BSB außerhalb dieses Trends, auch wenn es nur minimale Rückgänge sind. Beim Sportkreis Sinsheim wirken sich vor allem die Mitgliedereinbußen im Fußball aus. Nach einem Minus von 397 Mitgliedern gegenüber 2019 rutschen den Kreisfußballer auf 26 088 ab. Bei der TSG 1899 sind noch 10 737 Personen eingeschrieben. Das sind 248 weniger als im Vorjahr.

Doch nach wie vor ist der Sport in Baden-Württemberg ungebrochen eine stabile Größe und die mitgliederstärkste Personenvereinigung des Südwestens. Sowohl der Landessportverband Baden-Württemberg als auch der Badische Sportbund Nord, einer der drei den LSV BW bildenden Sportbünde, verzeichnen in der aktuellen Bestandserhebung erneut Zuwächse. Knapp vier Millionen (genau 3 986 516) Baden-Württemberger, das ist fast jeder Dritte, sind in den 11 294 Vereinen des Landes eingeschrieben. Gegenüber dem Vorjahr vergrößerte sich somit der Mitgliederstamm um 4,9 Prozent. Auf den Bereich des Badischen Sportbundes Nord bezogen dokumentiert die alljährlich durchgeführte Erhebung ähnliche Fakten: In 2 433 Sportvereinen sind exakt 789 496 Sportvereinsmitglieder zur Jahreswende notiert worden, ein Zuwachs gegenüber Anfang 2019 von rund 1,1 Prozent.

Da diese Zahlen vor der Corona-Krise zusammengetragen worden sind, kann daraus noch keine Aussage über die Entwicklung der Sportvereine durch die Pandemie gezogen werden. Dennoch ist die Statistik aussagekräftig. Ein Blick auf die Vereine des Sportkreises Sinsheim verdeutlicht: In der Region Sinsheim hält sich das Wachstum, abgesehen von einigen wenigen wie der TSG 1899 Hoffenheim, seit einiger Zeit in Grenzen. Ja, der Positivtrend erhielt erstmals nach mehreren Jahren einen Knick, wenngleich nur einen kleinen. Die Vorjahreswerte konnten nicht erreicht werden. An der Jahreswende 2019/20 zählte der Sportkreis nämlich nur noch 58 468 Mitglieder in 191 Vereinen. Das ist ein Minus von 0,47 Prozent oder in konkreten Zahlen ausgedrückt 276 Personen. Noch im Vorjahr verzeichnete Sportkreisvorsitzender Willi Ernst als einziger der neun nordbadischen Sportkreise ein größeres Plus. Damals dank des erheblichen Zuwachses von 1899 Hoffenheim.

26 Sportfachverbände, angefangen vom Badminton und Bahnengolfen sowie Basketball bis hin zum Schwimmen und Volleyball waren 2019 im Sportkreis aktiv. Der mitgliederstärkste Verband ist trotz seines Verlustes von 397 Mitgliedern nach wie vor klar der Fußballverband (in 50 Vereinen 26 088) vor dem Elsenzturngau (in 49 Vereinen 14 973) und den Sportschützen (bei einem Minus von 63 nunmehr 3 416, organisiert in 23 Vereinen). Tennis verzeichnete nach mehreren Jahren wieder ein kleines Plus (3 411 in 30 Vereinen). Tischtennis (2 297 in 28 Vereinen) folgt auf Platz fünf vor der Leichtathletik (nach einem Minus von 100 noch 1 744 in 17 Vereinen), Handball (1 657), Volleyball (1 266), dem Reitsport (1 137) und dem Tanzen (1 017).

Die Verantwortlichen in den Vereinen und Verbänden würden es sich zu leichtmachen, wenn sie den aktuellen Mitgliederschwund ausschließlich mit der TSG 1899 Hoffenheim in Verbindung bringen würden. Sicherlich verzeichneten die Hoffenheimer erstmals in diesem Jahrtausend keine weitere Steigerung. Prozentual gesehen liegen die 248 Austritte bei der TSG erheblich niedriger als die Mitgliederrückgänge beispielsweise beim TV 1861 Sinsheim, Schützenverein Babstadt, SV Ehrstädt, Reitclub Elsenz oder FV Landshausen. Fakt ist aber auch, bei nahezu der Hälfte aller 191 Vereinen ist ein Minus vor den Bestandserhebungszahlen zu finden! Nicht nur durch diese Zahlen sehen sich die Verantwortlichen des Sportkreises bestärkt, ihr Projekt „Neue Wege im Sport“ weiter zu forcieren und den Vereinen die Möglichkeit geben, durch neue Aktionen diesem Negativtrend entgegenzuwirken.

Die TSG 1899 Hoffenheim bleibt mit 10 737 Mitgliedern der größte Verein des Badischen Sportbundes, beim BSB Nord gefolgt vom Karlsruher SC (9 309) und dem Deutschen Alpenverein Sektion Karlsruhe (9 010). Im Sportkreis untermauerte der TV Bad Rappenau mit einem Zuwachs von 22 und nunmehr 1814 Mitgliedern seinen zweiten Platz vor dem TV Eppingen (nach einem Minus von 20 nun 1 419). Den größten Zuwachs der „großen Zehn“ schaffte der TV Eschelbronn auf nunmehr 1 182 Mitglieder. Der TV Sinsheim (1 132) ist vor dem TV Sulzfeld (1 129) und dem TV Waibstadt (1 087) Fünfter. Die Plätze acht bis zehn nehmen der TV Neckarbischofsheim (914), der TSV Helmstadt (826) und der TV Kirchardt (817) ein.

 

Hans-Ingo Appenzeller

Der Sportkreis Sinsheim

Der Sportkreis Sinsheim e.V. ist einer der neun Sportkreise im Badischen Sportbund. Er ist der Dachverband aller Sportvereine im alten Landkreis Sinsheim und betreut derzeit ca. 60.000 Mitglieder in 191 Vereinen.

Der Sportkreis vertritt die Interessen und Anliegen der Sportvereine gegenüber dem Landkreis, den Kommunen und Organisationen und ist parteipolitisch und konfessionell neutral.
Die sportfachlichen Aufgaben werden auf Sportkreisebene ausschließlich durch die jeweiligen Sportfachverbände und deren regionalen Untergliederungen erfüllt.

Der Sportkreis versteht sich als Dienstleister für die Bevölkerung, für Vereine und Verbände zu Fragen, die sich rund um den Sport ergeben.

 

Der alte Landkreis Sinsheim und heutiger Sportkreis Sinsheim

Stabwechsel beim Sportkreistag 2019

Der Sportkreistag 2019 brachte einige Veränderungen in der Besetzung des geschäftsführenden Vorstandes.

Der bisherige Vorstandsvorsitzende, Josef Pitz, der den Sportkreis Sinsheim über 21 Jahre geführt hat und den Sportkreis verkörperte wie kein anderer, trat den verdienten Ruhestand auch im Ehrenamt an und kandidierte nicht mehr zur Wiederwahl. Auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Roland Dworschak und Bernhard Wieland, stellten nach jahrzehntelangem Wirken im Sportkreis ihre Ämter zur Verfügung.

Das neue Vorstandsteam bedankt sich bei den verdienten Vorständen nicht nur für den vorbildlichen Einsatz über all die Jahre, sondern würdigt das Engagement auch mit der Ernennung von Josef Pitz zum Ehrenvorsitzenden und von Roland Dworschak und Bernhard Wieland zu Ehrenmitgliedern des Sportkreises.

Der neu gewählte Vorsitzende des Sportkreises, Willi Ernst, bedankte sich am Sportkreistag für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und zeigte sich zuversichtlich, dass die Geehrten dem Sportkreis verbunden bleiben. Den Dank für die gute Zusammenarbeit sprach er auch den weiteren scheidenden Vorstandsmitgliedern, Sönke Brenner und Sabine Templin aus.

Des Weiteren betonte Ernst, dass das neue Team Bewährtes fortführen und weiterentwickeln, aber auch neue Ideen umsetzen will. Der Sportkreis sieht sich als Dienstleister der Vereine und will diese nach Kräften unterstützen. Dazu benötigt man jedoch die aktive Zusammenarbeit. „Wir werden verstärkt den Schulterschluss mit unseren Mitgliedsvereinen suchen, aber auch mit den Kommunen, um gemeinsam die Zukunft der Sportvereine zu sichern“, nannte Ernst einen Schwerpunkt der künftigen Arbeit.

 

Neuer Vorsitzender Willi Ernst mit dem Ehrenvorsitzenden Josef Pitz

 
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