Herzlich willkommen beim

Sportkreis Sinsheim

im Badischen Sportbund Nord e.V.

Sportkreis Sinsheim würdigt bei seinem Jahresempfang die stillen Helfer

Sonderpreise für TV Eppingen und TSC Rot-Gold Sinsheim

Sinsheim-Hilsbach. Wo ist es nur, das Ei? Soeben hatte es noch im dunkelroten Zauberbeutel gesteckt, doch jetzt ist es spurlos verschwunden. Nirgendwo ist es zu sehen. Nicht im Ärmel des ganz in Schwarz gekleideten Magiers. Nicht in seiner rechten Hand. „Vielleicht ist es ja wieder hier“, sagt der Zauberer und lässt eine der Anwesenden in den dunkelroten Beutel greifen. Und abrakadabra, simsalabim – plötzlich taucht das Ei aus der Versenkung auf.

Dietmar Willert, den Zauberer aus Ittlingen, hat der Sportkreis Sinsheim für die Showeinlage bei seinem Jahresempfang in Hilsbach engagiert – und wer sich anfangs fragt, warum, kann es sich schnell selbst erklären. Es geht um Sichtbares und Unsichtbares, um Offensichtliches und Verborgenes. Die stillen Helfer werden an diesem Sonntag geehrt – jene Leute, die ohne Amt und offizielle Funktion in den Vereinen Gutes tun. „Gute Seelen“ und „gute Geister“ nennt Heinz Janalik, der Ehrenpräsident des Badischen Sportbundes (BSB), diese Leute – Helfer, „die abseits der großen Showbühne, gewissermaßen auf der Hinterbühne, bescheiden und oft unauffällig ihre unersetzliche Arbeit für den Verein und die dort Sporttreibenden leisten“.

Es sind Menschen wie Cornelia und Günther Wagner. Die Wagners gehören zur TTG Neckarbischofsheim wie das Netz zur Tischtennisplatte. 20 Jahre lang ist Günther Wagner als Schiedsrichter unterwegs gewesen und hat seinen Verein vertreten, Cornelia Wagner bewirtetet bei Heimspielen die Fans. Oder Martin Steinhauser. Steinhauser ist der Greenkeeper des TSV Reichartshausen, mäht den Rasen und pflegt den Sportplatz – ähnlich wie es Karlheinz Giptner beim FC Weiler tut. Martina Krause kümmert sich beim TV Bad Rappenau um das Eltern- und Kindturnen, Beate Krüger beim TV Sulzfeld um die Daten- und Mitgliederverwaltung und die Glückwunschkarten an den Geburtstagen.

Fahrdienste und Trikotwäsche, Sportabzeichenabnahme und Putzaktionen, Hallendekoration und Festorganisation: Die Handlungsfelder der stillen Helfer sind vielfältig. „Einige von ihnen sind wahre Universalgenies“, sagt Heinz Janalik in seiner wortgewaltigen 15-Minuten-Laudatio und ergänzt: „Sie sind die personifizierte Hilfsbereitschaft, ohne die das Leben in unseren Sportvereinen um vieles ärmer, wenn nicht gar unmöglich wäre.“ Janalik spricht von „vorbildlichen Frauen und Männern“, lobt ihre „Verlässlichkeit“ und „Seriosität“, ihr „Sachwissen“ und ihren „Einfallsreichtum“, ihre „Beharrlichkeit“ und „Berechenbarkeit“. „Die stillen Helfer springen mit ihrem Leistungspotenzial dort ein, wo andere kneifen, sich zu gut fühlen oder über die notwendigen Fähigkeiten schlicht nicht verfügen“, so Janalik. „Sie haben eine ganz besondere innere Einstellung zur Einheit von Ich und Wir, von Individuum und sozialer Gemeinschaft.“

Solche Worte, sie tun gut. „Manchmal wird man von den eigenen Leuten gefragt: Und was machst du eigentlich?“, sagt Günther Wagner. „Es ist eine tolle Sache, dass es gewürdigt wird, was wir tun“, erklärt Cornelia Wagner und freut sich, dass sie und ihr Mann eingeladen worden sind. Als kleines Dankeschön werden die stillen Helfer aus dem Sportkreis mit einem Mehrgang-Genießeressen belohnt – zubereitet und serviert von den stillen Helfern im Klubhaus des SV Hilsbach. Einen besonderen Nachschlag gibt es für den TV Eppingen und den TSC Rot-Gold Sinsheim – sie erhalten vom Sportkreis jeweils einen Scheck in Höhe von 250 Euro. Der TV wird im Rahmen der Aktion „Neue Wege im Sport“ prämiert, für ein umfangreich erweitertes Sportangebot mit Kursen wie „Sport nach Krebs“ und „Lachyoga“. Der TSC glänzt beim Inklusionsprojekt „Sport für Alle“ mit Rollstuhltanzen (Rhythm on Wheels) und dem gemeinsamen Tanzen von geistig Behinderten und Nichtbehinderten, einer Kooperation mit der Lebenshilfe Sinsheim. Petra Leßmann (TSC) und Erich Schleusener (TV) nehmen die Schecks entgegen – und tun gut daran, sie nicht Dietmar Willert anzuvertrauen. Der Zauberer aus Ittlingen kann Geld verschwinden lassen wie ein Ei – mit dem entscheidenden Unterschied: „Wenn Sie mir einen 100-Euro-Schein geben, sehen Sie ihn nie wieder“, so Willert.

Geld, gute Geister und ein Magier – der Jahresempfang 2019 des Sportkreises Sinsheim ist einer mit besonderem Zauber.

Folgende stille Helfer waren zum Jahresempfang des Sportkreises Sinsheim in Hilsbach eingeladen: Judith Rau (SV Diana Eschelbach), Ramona Linke (SV Diana Eschelbach), Stefan Butschbacher (SV Steinsfurt), Gerald Oxenmayer (TV Kirchardt), Bettina Godie (TV Eppingen), Martin Steinhauser (TSV Reichartshausen), Karlheinz Giptner (FC Weiler), Gerhard Stauch (TSV Zaisenhausen), Beate Krüger (TV Sulzfeld), Martina Krause (TV Bad Rappenau), Hans Poth (TV Waibstadt), Bärbel Ahrens (TSV Meckesheim), Tilo Demel (RFV Hilsbach), Patrick Blösch (Birkenhof Eppingen), Günther und Cornelia Wagner (TTG Neckarbischofsheim)

Von Eric Schmidt (Rhein-Neckar-Zeitung)



Sportkreis Sinsheim zeichnet bei seinem Jahresempfang die Preisträger des Inklusionsprojekts „Sport für Alle“ aus

Inklusion hieß das Thema beim Jahresempfang des Sportkreises Sinsheim. Der Sportkreis würdigte am Sonntag, 28. Januar, im Vereinsheim des SV Hilsbach Vereine, die sich dem Sport mit und ohne Handicap verschrieben haben. Dass viel getan wird in dieser Hinsicht, zeigte die lange Liste der Preisträger. Insgesamt sieben Klubs und Einrichtungen konnten die Verantwortlichen um den Sportkreisvorsitzenden Josef Pitz mit einer Prämie in Höhe von 200 Euro belohnen.
Der Tischtennis-Gemeinschaft TTG Neckarbischofsheim bietet seit ihrer Gründung Sport für alle an. „Bei uns gab es Inklusion, bevor man überhaupt wusste, was Inklusion ist“, sagt Holger Steuerwald, der TTG-Vorsitzende, und verweist auf die Anfänge. Gründungsmitglied Helmut Hauck habe ein Glasauge gehabt, Toni Knöbl sei beinamputiert gewesen. „Er hat die Krücke unters Bein gemacht und dann gespielt“, so Steuerwald. Und dann ist da Matthias Schilling. Schilling, seit einem Arbeitsunfall vor 30 Jahren querschnittsgelähmt, nachdem er bei einem Arbeitsunfall vom Dach sechs Meter in die Tiefe stürzte, spielt seit 1993 Tischtennis in Neckarbischofsheim. Derzeit schlägt er für die vierte Mannschaft in der B-Klasse und für die „Dritte“ in der A-Klasse auf – er im Rollstuhl, die anderen als „Fußgänger“, wie der 53-Jährige es nennt. „Inklusion ist eine Bereicherung für den Sport und für uns“, erklärt Holger Steuerwald.
Ähnlich positive Erfahrungen machen der TSC Rot-Gold Sinsheim mit dem Rollstuhltanz von Petra-Alexandra Lessmann, der TV Eppingen mit seinen Inklusionsangeboten und die Schützengemeinschaft Daisbach. Die SG hat zwei Schützinnen mit geistiger Behinderung in ihren Reihen – Schützinnen, die außerdem stark sehbehindert sind. Zunächst ließ der Verein die beiden auf die größeren Zehn-Zentimeter-Pistolen-Scheiben schießen, inzwischen zielen sie auf die kleinen 5-Zentimeter-Luftgewehr-Scheiben. „Am Anfang hat ihnen kaum jemand etwas zugetraut. Jetzt kann eine sogar bei den Wettkämpfen mitmachen. Beide wollen nur noch schießen“, freut sich Oberschützenmeister Detlef Bohmert. Wichtig, so Bohmert, sei es, Menschen mit Behinderung in die Vereinsarbeit einzubinden. „Da werden sie dann ganz normal behandelt.“
Sport macht Spaß, Sport tut gut. Helmut Pobiruchin ist Übungsleiter bei der Lebenshilfe Sinsheim. Spazieren gehen, Schwimmen, Fußball: Jeden Donnerstag nutzen die 60- bis 83-Jährigen mit großer Begeisterung ein sportbegleitendes Angebot –– dass im Fußball-Training U23-Kicker der TSG Hoffenheim mit von der Partie sind, kommt besonders gut an. „Es ist ein Gewinn für alle“, sagt Pobiruchin und bedankt sich bei der TSG für die Mithilfe. Überhaupt Hoffenheim. Ein Paradebeispiel für gelungene Inklusion ist Anpfiff Hoffenheim, vor allem im Sitzvolleyball geht es rund. „Sitzvolleyball ist ein echter Inklusionssport. Mittlerweile haben wir zwei Mannschaften“, erklärt Anpfiff-Vorsitzender Dietmar Pfähler. Was reizvoll ist: „Sitzvolleyball ist ein Sport, in dem Menschen ohne Behinderung leicht benachteiligt sind gegenüber Menschen mit Behinderung.“
Das Miteinander bei der Inklusion lohnt sich: Je 200 Euro Preisgeld bekamen die Vereine für ihr Engagement überreicht. Es ist nicht das letzte Wort. Der Sportkreis Sinsheim wird den „Sport für Alle“ weiter forcieren, genauso wie das Förderprogramm „Neue Wege im Sport“, wo der SV Sinsheim den Hauptpreis gewann. Bei allen positiven Nachrichten: Nicht überall verläuft Inklusion harmonisch. „Spieler mit Behinderung werden bei manchen Fußballvereinen auch mal niedergemacht, wenn ein Pass nicht gerade kommt. Da muss ein Umdenken stattfinden“, sagt Andreas Kaiser, der Sportmittler im Sportkreis. Auch in Sachen Sportstätten ist längst nicht alles Gold, was glänzt: „Bei 90 Prozent der Hallen ist der Eingang barrierefrei. Das Problem ist der Sportlereingang“, erklärt Rollstuhlsportler Matthias Schilling, der weiß: „Selbst in neuen Hallen gibt es manchmal steile Treppen, wenn man in die Kabine will.“

Die Preisträger "Neue Wege im Sport" von links: Dietmar Pfähler (Anpfiff Hoffenheim), Helmut Pobiruchin (Lebenshilfe Sinsheim), Michael Schäfer (TSC Rot-Gold Sinsheim), Simone Essig (TV Eppingen), Detlef Bohmert (SG Daisbach) und Holger Steuerwald (TTG Neckarbischofsheim). rechts Willi Ernst und Bernhard Wieland vom Sportkreis Sinsheim

SV Sinsheim gewinnt den ersten Preis beim Förderprogramm „Neue Wege im Sport“
Beim neuen Förderprogramm des Sportkreises Sinsheim „Neue Wege im Sport“ gewann der Fußball-B-Ligist SV Sinsheim den Hauptpreis in Höhe von 300 Euro. Weitere 200 Euro kamen beim Inklusionsprojekt „Sport für Alle“ hinzu. Bei „Neue Wege im Sport“ zeichnet der Sportkreis Sinsheim jene Vereine aus, die kreativ sind, die sich etwas einfallen lassen, um fit für die Zukunft zu sein. Vor allem in den sozialen Medien ist der SVS auf Ballhöhe. Fast 400.000 Mal wurde ein selbst gedrehtes Video im Internet angeklickt. Der Clip zeigt, wie 15 Spieler in der Kabine einen Ball reihum köpfen. Am Ende landet der Ball unter lautem Gejohle im Papierkorb. „Wasder SV  Sinsheim macht, ist etwas Besonderes und vor allem immer aktuell“, lobte Willi Ernst, der stellvertretende Sportkreis-Vorsitzende.

  

Der SV Sinsheim ist Preisträger beim Förderprogramm „Neue Wege im Sport“. Von links: Bernhard Wieland und Willi Ernst (stellvertretende Sportkreis-Vorsitzende), Peter Flaig (Vorsitzender SV Sinsheim), Sportkreis-Chef Josef Pitz, Oliver Flaig (SV Sinsheim), Trainer Pascalis Kargakis und Hans-Ingo Appenzeller vom Sportkreis Sinsheim.

Bericht: Eric Schmidt, Rhein-Neckar-Zeitung

 



Flüchtlingsmannschaft aus Waibstadt nimmt an sportlichen Veranstaltungen teil

Ein weiterer kleiner Schritt in die Integration

Seit 2016 haben die Flüchtlinge aus Waibstadt die Gelegenheit, am sportlichen Angebot des TV Waibstadt unter Leitung des Integrationsbeauftragten Peter Dembeck  teilzunehmen - nicht zuletzt auch, um die deutsche Vereinskultur näher kennenzulernen. Das  Angebot reicht von Volleyball, Turnen, Judo und allgemeinem Sport mit Flüchtlingen. Die Menschen sind mittlerweile in Waibstadt angekommen, wohnen hier, arbeiten, gehen zur Schule, nehmen an Integrationskursen teil und sprechen fast alle fließend Deutsch. Die Freitagsgruppe besteht aus ca. 20 Teilnehmer aus sieben Nationen verschiedenster Länder und Religionen und so konnten sie auch dieses Jahr an sportlichen Events teilnehmen. Auf Einladung des Asylkreises Mosbach nahm eine Mannschaft aus Waibstadt  beim Cup of Nations am 17. Juni 2017 im Elzstadion Neckarelz teil. Unter den vielen Zuschauern war u.a. die Bundestagsabgeordnete Frau Dr. Schlegel (SPD), der Integrationsbeauftragte des Neckar-Odenwald-Kreises Herr Wojcik sowie der Beigeordnete der Stadt Mosbach Bürgermeister Keilbach und man konnte sich vor Ort über die erfolgreiche Integrationsarbeit überzeugen. Auch konnte diese Woche die Mannschaft aus Waibstadt am Grümpelturnier beim SV Neidenstein teilnehmen. Leider konnte man sich in der Vorrunde gegen die starken Gegner nicht durchsetzen, dennoch war die Teilnahme geprägt von Toleranz und Respekt. Der TV Waibstadt wird u.a. durch das Programm  "Integration durch Sport" des DOSB, Landessportverband BW als Stützpunktverein gefördert und unterstützt. Der Sport mit Flüchtlingen wird mittlerweile durch Haben Yemane aus Eritrea und dem Vereinsmittler des Badischen Sportbundes Andreas Kaiser aktiv begleitet. Alle Sportler werden über den Sport hinaus im Alltag bei Probleme verschiedenster Art wie z.B. Bundesagentur für Arbeit, Schule, Ausbildung, Ausländerbehörde,  Wohnungssuche, ärztliche Versorgung uvm. unterstützt.

 



Weitere Zuschüsse für Sport mit Geflüchteten

Arbeit im Sport mit Geflüchteten
 „Integration im und durch Sport“ ist das Ziel vieler Sportvereine, Sportkreise sowie Sportverbände in Baden-Württemberg. Als Dachorganisation des organisierten Sports möchten der Badische Sportbund Nord sowie der Württembergische Landessportbund das große Engagement ihrer Mitgliedsvereine und Institutionen unterstützen und gemeinsam mit ihnen die Idee einer offenen und vielfältigen Sportlandschaft verfolgen.
Für eine finanzielle Unterstützung steht den Landessportbünden und seinen Mitgliedsvereinen und -organisationen auch im Jahr 2017 Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Integration durch Sport“ des Bundesministeriums des Innern bzw. des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sowie des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem Landessportverband Baden-Württemberg stellt der Badische Sportbund Nord diese finanziellen Mehrmittel denjenigen Mitgliedsorganisationen zur Verfügung, die im Zeitraum 01.01.2017 bis zum 31.12.2017 Maßnahmen mit Geflüchteten durchführen. Diese Fördermittel können bis zum 30. Juni 2017 beim Badischen Sportbund Nord beantragen.
Förderfähige Maßnahmen
Förderungen sind für folgende Projekte, Maßnahmen und Aktivitäten im Bereich „Sport, Integration und Geflüchtete“ möglich:
1.       Kurzfristige Angebote, z.B. Schnupperangebote, integrative Spiel- und Sportfeste, zeitlich befristete Sportangebote
2.       Regelmäßige Angebote, z.B. neue, einladende und/oder aufsuchende Angebote, gezielte Öffnung bestehender Angebote
3.       Außersportliche Angebote, z.B. Sport- und pädagogische Angebote, kulturelle Angebote, sprachfördernde Maßnahmen, integrative Ausflüge und Freizeiten
4.       Unterstützende Angebote, z.B. Beratung, Hilfestellungen
5.       Für Qualifizierungsangebote, z.B. Referentenkosten, Verpflegung, Reisekosten
 
Weitere Informationen:
http://www.badischer-sportbund.de/startseite/aktuelles/detailansicht/121-neue-foerdermittel-fuer-den-sport-mit-gefluechteten/
Ansprechpartner beim Badischen Sportbund Nord:
Lisa Hettmanczyk - Julian Hess - Bernhard Hirsch
L.Hettmanczyk@Badischer-Sportbund.de, 0721/18 08-42
J.Hess@Badischer-Sportbund.de, 0721/18 08-41
B.Hirsch@Badischer-Sportbund.de, 0721/18 08-15

 



Neujahrsempfang des Sportkreises Sinsheim

Beim Neujahrsempfang des Sportkreises Sinsheim sprachen Vereinsvorsitzende und Funktionäre von ihren Erfahrungen beim „Sport mit Geflüchteten“
Krieg. Terror. Vertreibung. Der Aufruhr in der Welt hinterlässt hierzulande seine Spuren. Der Sport bleibt von der Flüchtlingskrise nicht unberührt. „Sport mit Geflüchteten“ ist ein großes Thema, „Sport mit Geflüchteten“ ist deshalb auch ein Projekt, dem sich der Sportkreis Sinsheim widmet. Beim traditionellen Neujahrsempfang am Sonntag, 15. Januar im Klubhaus des SV Hilsbach berichteten Vorsitzende, Funktionäre und Helfer von ihren Erfahrungen mit der Flüchtlingsarbeit. Dass es Fördermittel gibt für Vereine, die sich engagieren, ist vielen nicht bekannt. Bernhard Wieland, stellvertretender Vorsitzender und Integrationsbeauftragter des Sportkreises Sinsheim, will Wissenslücken schließen und den Klubs das nötige Knowhow an die Hand geben. Ja, man muss helfen.

Josef Pitz, der Sportkreis-Vorsitzende, kann sich gut in die Lage von Flüchtlingen versetzen. Pitz, 1942 bei Budapest geboren, stammt selbst aus einer Flüchtlingsfamilie. Während des Kriegs ging es von Ungarn nach Deutschland – und von Passau bis nach Sinsheim. „Ich kann die Menschen aus Syrien absolut verstehen. Ich würde da auch abhauen“, sagt der 74-Jährige.
Wo gibt es welchen Sport? Welcher Flüchtling hat welche Interessen? „Wir wollen ein Netzwerk schaffen“, sagt Andreas Kaiser. Der 50-Jährige aus Eschelbronn wurde als sogenannter „Sportmittler“ installiert und sieht sich als Schnittstelle zwischen den Klubs und dem Sportkreis. Der Polizeibeamte hat die nötigen Kontakte, er ist viel unterwegs und hat Erfahrung. Beim Flüchtlingsprojekt „Heimstärke“ greift er der TSG Hoffenheim unter die Arme. Warum er so gerne hilft? Rudi Gutendorf, der Fußball-Weltenbummler, hat ihn inspiriert, genauso Lutz Pfannenstiel, der Fußball-Entwicklungshelfer und Kontinenten-Kenner. „Ich hab’ mir gedacht: Ich muss nicht in die weite Welt. Wir haben die Welt auch hier vor unserer Haustür“, sagt Kaiser. Zu tun gibt es in der Tat einiges. Im Sportkreis sind es derzeit 29 Vereine, die Flüchtlinge aufgenommen haben. Die Leichtathleten des TSV Weiler gehören dazu, die Freizeitgruppe Angelbachtal, die Fußballer des SV Hilsbach, des TSV Waldangelloch und des FC Weiler, die in der Jugend eine Spielgemeinschaft bilden. Besonders international geht es beim SV Neidenstein zu. Insgesamt elf Flüchtlinge, vornehmlich aus Gambia, kicken für den B1-Ligisten – für beide Seiten eine Win-win-Situation. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht. Wenn man unten steht, kommen die Spieler nicht zugeflogen“, sagt Thomas Reidl, der 2. Vorsitzende. Der SVN, er kann den Spielbetrieb aufrechterhalten, umgekehrt können sich die Flüchtlinge beim Sport austoben. Die Erfahrungen, die der Verein macht, sind positiv. Die anfängliche Skepsis, auch in den eigenen Reihen, ist einem guten Miteinander gewichen. Das Zusammenspiel funktioniert, die Verständigung wird immer besser. Ein eigens erstelltes Deutsch-Englisch-Lexikon der Fußballfachbegriffe hilft bei der Kommunikation. Anfangs habe es bei Festen und Veranstaltungen das Problem der Grüppchenbildung gegeben, gibt Reidl zu. Dem wirkt der SVN jetzt durch eine besondere Sitzordnung entgegen. „Wir nennen es Schachbrettmuster. Weiß, schwarz, weiß, schwarz. Es ist bunt gemischt, wenn wir zusammensitzen.“ Dass nicht immer alles rund läuft, dass es Schwierigkeiten gibt, verhehlen die Macher nicht. „Ich musste lernen, den Mund aufzumachen. Man muss für seine Sache werben“, sagt Isabella Schütz. Die Vorsitzende der Sportkreisjugend Karlsruhe bietet zwei Mal pro Woche Gruppentraining für Flüchtlinge an, entsprechende Sportstätten zu finden ist nicht einfach, aber wichtig: „Keine andere Institution, keine andere Organisation macht den Job, den jetzt der Sport erledigt.“ Klar ist aber auch: Eine Einbahnstraße kann Flüchtlingsarbeit nicht sein. „Man darf nicht nur den roten Teppich ausrollen. Wer von Syrien bis nach Waibstadt kommen kann, kann auch von der Flüchtlingsunterkunft rechtzeitig in der Sporthalle sein“, sagt Peter Dembeck. Der Integrationsbeauftragte des TV Waibstadt organisiert seit rund zwei Jahren das Flüchtlingstraining am Freitagabend, das zum Dauerbrenner geworden ist. Dabei gelten Spielregeln – und deutsche Tugenden: Pünktlichkeit, Disziplin. Anfangs habe es Konflikte zwischen Afrikanern und Arabern gegeben. „Jetzt sind es die besten Freunde, und sie spielen gerne in einer Mannschaft“, sagt Dembeck. Wichtig vor allem: die Sprache. Sobald Flüchtlinge bei Andreas Kaiser in den Bus steigen, ist Deutsch ein Muss. Die Sprache zu kennen, sei das A und O. Was die Jugend des TSV Waldangelloch betrifft, so gelingt die Integration. Zu Beginn hätten die jungen Flüchtlinge noch das gemeinsame Duschen gescheut, jetzt sei alles ganz normal und vielfältig. „Bei uns ist in der Halbzeit auch schon mal afghanische Musik gelaufen“, erklärt TSV-Jugendleiter Siegfried Ritzal.
Von Eric Schmidt, Rhein-Neckar-Zeitung

 



Sportkreis würdigte bei seinem Neujahrsempfang die Senioren

Neues Jahr, neues Thema: Bei seinen Neujahrsempfängen stellt der Sportkreis Sinsheim immer ein bestimmtes Thema in den Mittelpunkt. Mal ist es – wie jetzt – der Seniorensport, mal ist es das Ehrenamt, das Sportabzeichen oder die Jugendarbeit. „Das ist eine hervorragende Idee. Das hat Vorbildcharakter. Ich habe im Präsidium dem Sportkreis-Vorsitzenden Josef Pitz mein großes Kompliment ausgesprochen“, sagte Heinz Janalik, der Präsident des Badischen Sportbundes. Neben seinen Vorstandsmitgliedern konnte Josef Pitz im Clubheim in Hilsbach auch den Präsidenten des Badischen-Sportbundes Nord, Heinz Janalik, begrüßen. Wie gewohnt übernahm das Tandem Roland Dworschak und Hans-Ingo Appenzeller die Moderation der Veranstaltung. Senioren haben Ideen und sind Stützen der Vereine. Das weiß auch der Sportkreis Sinsheim zu schätzen. Bei seinem traditionellen Neujahrsempfang würdigte der Kreis all jene Leute, die sich um den Seniorensport verdient machen. Ohne die älteren Herrschaften geht nichts. Das ist schon auf der oberen administrativen Ebene zu erkennen. Sportkreis- Chef Josef Pitz ist ebenso ein rüstiger Rentner wie der Fußballkreis-Vorsitzende Herwig Werschak oder Kreisoberschützenmeister Adolf Riedl. Auch an der Basis sind die Senioren breit aufgestellt. Knapp 11 000 der rund 55 000 Mitglieder, die die 192 Vereine im Sportkreis haben, sind älter als 60. Alter schützt vor Treffern nicht. Wer auch noch mit 60 oder 70 regelmäßig schießen will, ist im Kraichgau genau richtig. Seit 2003 gibt es im Sportschützenkreis Sinsheim eine Senioren- und Ältesten-Liga, in der die Generation 55 plus mit Luftdruck- und mit Kleinkaliberwaffen Scheiben ins Visier nehmen kann. Der Tatendrang ist groß. „Am Anfang waren wir zu siebt, zu acht. Jetzt sind wir zwischen 55 und 60, und manche kommen aus anderen Kreisen zu uns“, sagt Schützen-Routinier Wolfgang Steigemann (78) und ergänzt: „Dabei hat man uns zu Beginn belächelt und als Prostata-Liga verspottet.“ Die Schützen zeigen, dass man auch als Ü55- Sportler gut in Schuss sein kann. Was sie antreibt, ist klar. „ Es ist erwiesen, dass der Sportjungerhält, dass er das Herz schützt, dass er den Kreislauf stabilisiert und gute Laune macht“, sagt Hans-Ingo Appenzeller, der Sportkreis-Sprecher. Wichtig für die Vereine ist, den vielen Senioren gute Angebote zu machen. Wie es beispielsweise beim TV Eppingen geschieht. Karl Biederstädt leitet beim TVE seit 2002 die Gruppe „Gesund und fit älter werden“. Jeden Montagabend zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr treffen sich 30 Männer und Frauen im Turnerheim. „Wir sind eine gemischte Gruppe, auch viele Ehepaare sind dabei. Das trägt sicherlich zur Motivation bei“, sagt Biederstädt und betont: „Wir machen kein Hip-Hop. Wir machen Dehnübungen und Gymnastik.“ Ihm selbst tut die Bewegung sichtlich gut. 80 Jahre ist er und kein bisschen greise. Auch der TSV Steinsfurt ist fit. Jeden Dienstag gibt es zwischen 20 Uhr und 21.30 Uhr eine Männergymnastik, in der ehemalige Handballer etwas für ihren Rücken und die Balance tun. „Mal machen wir etwas mit Ringen, mal mit Tennisbällen und Sandsäckchen“, erklärt Alois Barth, der seit 1995 der „Vorturner“ dieser Gruppe ist. Frauen kommen unter der Regie von Jane Brand beim FV Elsenz zusammen, beim TV Sulzfeld toben sich die Montagsmänner aus – in einer Riege, die bereits seit 40 Jahren aktiv ist. „Wir haben einen Altersbereich von 48 und 82 Jahren – das passt trotzdem alles zusammen. Wir sind zusammen alt geworden“, sagt Jürgen Widmann, der TV-Vorsitzende. Dass sich die Alten Herren „stärken“ für die Zukunft, sieht der Vereinschef unter anderem am neu geschaffenen Kraft- und Fitnessraum, den sich der Verein angeschafft hat: „Das hat einiges an Geld gekostet. Aber er wird sehr gut angenommen, auch von anderen Abteilungen.“ Nein, man muss nicht alt aussehen, wenn man in die Jahre kommt. Heinz Janalik, der Präsident des Badischen Sportbundes, brach in einer zwölfminütigen Mutrede eine Lanze für den Seniorensport. „Bewegung, Spiel und Sport schenkt uns zehn Jahre, mindestens“, erklärte der 71-Jährige und betonte: „Auch wenn die Fitnesstauglichkeit des Körpers etwas nachlässt: Hauptsache in der Birne ist die Bereitschaft vorhanden, etwas zu tun, sich zu bewegen.“ Die Vereine im Sportkreis Sinsheim spornte er an, sich weiter für die Senioren einzusetzen.

 



Kinder- und Jugendschutz im Verein

Kinderschutz ist oberstes Gebot

Info-Veranstaltung des Sportkreises Sinsheim

Eltern können sicher sein, dass ihre Kinder in den Vereinen und Jugendgruppen gut aufgeho-ben sind. Damit diese Tatsache vollständig richtig ist und es auch so bleibt, muss alles getan werden, um vereinzelte Problemfälle zu bekämpfen. Gute Vereine betreiben künftig noch höheren Aufwand, um dieses Qualitätsmerkmal zu gewährleisten. Aus diesem Grund trafen sich rund 60 Vereinsvertreter des Sportkreises Sinsheim im Kinderzentrum der TSG Hoffenheim. Der Sportkreis Sinsheim konnte für den Informationsabend ein kompetentes Referententeam gewinnen. Bernhard Wieland, stellvertretender Sportkreis-Vorsitzender, begrüßte die Teilnehmer und bedankte sich beim Verein Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar, der den Sportkreis tatkräftig bei der Veranstaltung unterstützt hat. Bemerkenswert ist auch, dass die TSG Hoffenheim den VIP-Raum im Dietmar-Hopp-Stadion zur Verfügung gestellt hat und alle Referenten ehrenamtlich ohne Honorar tätig waren. Tanja Kramper, Kriminalhauptkommissarin im Referat Prävention des Polizeipräsidiums Mannheim und Volker Schuld, Leiter des Kinderschutz-Zentrums in Heidelberg, sprachen über sexualisierte Gewalt und ihre Folgen sowie Prävention vor sexueller Gewalt. Leider macht dieses Thema auch vor Vereinen nicht Halt. Entsprechende Fälle treten zwar nur vereinzelt auf, sind aber umso bedauerlicher. Die Verantwortlichen in den Vereinen haben das Problem erkannt und wollen alles tun, um solche schrecklichen Taten weitestgehend zu verhindern. Die Bildungsreferentin der Badischen Sportjugend, Alexandra Müller, ging auf die  Problematik des Kinderschutzgesetzes aus Vereinsperspektive ein und thematisierte das erweiterte Führungszeugnis. Hierzu gibt es auch einen Handlungsleitfaden gegen sexualisierte Gewalt im Sport unter http://www.dsj.de/handlungsfelder/praevention-intervention/kinderschutz/materialien-der-dsj-des-dosb/. Nach den Vorträgen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit den Vereinsfunktionären. Katja Weiß vom Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises berichtete über die Rolle und die Vorgehensweise des Jugendamtes in diesem Prozess und konnte einiges zur Klärung von Missverständnissen beitragen. Sie hatte auch Arbeitshilfen rund um das erweiterte Führungszeugnis  für neben- und ehrenamtlich tätige Personen in der Jugendhilfe mitgebracht. Willi Ernst, stellvertretender Sportkreis-Vorsitzender Finanzen und Schriftführer der Kommunalen Kriminalprävention Rhein-Neckar e.V. bedankte sich bei den Referenten für ihre interessanten Vorträge und ermutigte die Vereinsvertreter, dieses wichtige Thema in ihren Vereinen offensiv zu behandeln. „Unsere Kinder sollen fröhlich und in Sicherheit aufwachsen, hierfür geben sich die Verantwortlichen in den Vereinen größte Mühe“, sagte Ernst. Die Kommunale Kriminalprävention bietet oder vermittelt noch weitere interessante Angebote, die die Vereine nutzen können, zum Beispiel zu den Themen Zivilcourage, Mental- und Kommunikationstraining für Frauen, Handlungskompetenztrainings in Gewaltsituationen und vieles mehr.

 

 

Bernhard Wieland (rechts) und Willi Ernst (3. von links) vom Sportkreis Sinsheim mit den Referenten beim Informationsabend Kinder- und Jugendschutz im Verein.

 



Badischer Sportbund Nord begrüßt Bildungszeitgesetz

Der Badische Sportbund Nord begrüßt das Bildungszeitgesetz, das der Landtag verabschiedet hat. Über das neue Gesetz können sich auch Ehrenamtliche in Sportvereinen freuen. Ab Juli 2015 können sich Arbeitnehmer in Baden-Württemberg für bis zu fünf Tage pro Jahr für eine politische, ehrenamtliche oder berufliche Weiterbildung freistellen lassen. Dies bietet vor allem den vielen Übungsleiter/innen, Trainer/innen und Sportfunktionären die Möglichkeit, sich künftig weiter in ihren vereinssportlichen Bereichen zu qualifizieren. Gerhard Schäfer, Vizepräsident Bildung des Badischen Sportbundes Nord, sieht diese Entwicklung äußert positiv:“ Wir freuen uns, dass das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement, von dem unsere Vereine leben, von der Landesregierung weiter unterstützt und gefördert wird. Durch die vielen Bildungsmaßnahmen, die wir als Verband anbieten, geben wir unseren Vereinen das Rüstzeug für ihre tagtägliche Arbeit. Vom neuen Bildungszeitgesetz profitiert damit nicht nur der Einzelne, sondern auch die gesamte gemeinnützige Sportlandschaft in Baden- Württemberg.“ Noch ist das Bildungszeitgesetz nicht für alle gültig: in der Rechtsverordnung muss nun zeitnah festgelegt werden, für welche Ausbildungsgänge ein Anspruch darauf besteht.